Aquarell zeichnen

Von Affirmationen und Zeichnen

Schön, dass du heute wieder bei mir auf dem Blog vorbeischaust. Normalerweise dreht sich hier bei „Wolloholiker“ ja fast alles um Maschen, Wolle und das wunderbare Gefühl, wenn ein Strickprojekt unter den Nadeln wächst. Aber heute möchte ich dich in eine andere Ecke meiner kreativen Welt entführen – das Aquarell zeichnen.

Vielleicht kennst du das: Manchmal brauchen die Hände eine kleine Pause von der Wolle, aber der Kopf sprudelt trotzdem vor Ideen. In diesen Momenten greife ich nicht zu den Stricknadeln, sondern zu Pinseln und Farben. Neben dem Stricken ist die Aquarellmalerei meine große Leidenschaft. Es ist für mich wie Kurzurlaub für die Seele.

Aktuell habe ich ein ganz besonderes Projekt, das mir unglaublich viel Freude bereitet: Ich gestalte eigene Postkarten mit positiven Sprüchen und Affirmationen. Warum? Weil ich finde, dass wir in dieser oft so hektischen Welt viel mehr kleine Lichtblicke brauchen. Und was gibt es Schöneres, als eine handgeschriebene Karte im Briefkasten zu finden, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert?

Warum ausgerechnet Affirmationen?

Vielleicht fragst du dich, was es mit diesen „Affirmationen“ auf sich hat. Im Grunde sind es einfach bejahende Sätze, die uns helfen, unsere Gedanken positiv auszurichten. Ein einfaches „Ich bin genug“, „Heute wird ein guter Tag“ oder „Vertraue deinem Weg“ kann wahre Wunder bewirken, wenn man es liest und verinnerlicht.

Wenn ich diese Sprüche zeichne, setze ich mich ganz intensiv mit der Bedeutung auseinander. Während die Farbe auf dem Papier verläuft, wiederhole ich den Satz im Geist. Das ist fast wie Meditation. Diese Karten sind also nicht nur für die Empfänger ein Geschenk, sondern auch für mich während des Erschaffens.

Meine Technik: Von der trockenen Linie zum fließenden Bild

Es gibt viele Wege, mit Aquarellfarben zu arbeiten. Viele denken sofort an die klassischen Farbkasten-Näpfchen. Ich habe für meine Postkarten jedoch eine Methode entdeckt, die mir besonders viel Kontrolle gibt und gleichzeitig diesen herrlich verträumten Aquarell-Look erzeugt: Aquarell-Buntstifte.

Das Besondere an diesen Stiften ist ihr Kern. Er besteht aus Farbpigmenten, die wasserlöslich sind. Man zeichnet zuerst ganz normal wie mit einem Buntstift, aber die Magie passiert erst im zweiten Schritt, wenn Wasser ins Spiel kommt.

So gehe ich vor:

  • Die Skizze: Zuerst schreibe ich den Spruch in einer schönen Schriftart (vielleicht hast du ja auch Lust auf Handlettering?) auf die Karte.
  • Die Farbe: Mit den Buntstiften setze ich Akzente – kleine Blumen, Schnörkel oder einfach farbige Flächen um den Text herum.
  • Die Verflüssigung: Jetzt kommt mein Lieblingsmoment. Ich nehme einen feinen Pinsel, tauche ihn in klares Wasser und fahre über die Linien der Stifte. Die trockene Farbe löst sich auf, beginnt zu fließen und verwandelt sich in leuchtende Aquarellfarbe. Die harten Striche verschwinden und es entstehen sanfte Verläufe, die jedes Mal ein bisschen anders aussehen.

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Was du brauchst, um direkt mit dem Aquarell zeichnen loszulegen

Das Schöne an diesem Hobby ist, dass man kein riesiges Atelier braucht. Ein kleiner Platz am Küchentisch reicht völlig aus. Wenn du es auch einmal ausprobieren möchtest, hier ist meine kleine „Grundausstattung“ für dich:

  • Aquarellpapier oder Postkarten-Rohlinge
    Das ist der wichtigste Punkt! Normales Druckerpapier ist zu dünn und würde sich sofort wellen, sobald Wasser darauf kommt. Besorge dir spezielles Aquarellpapier (mindestens 300\text{ g/m}^2). Es gibt im Bastelladen sogar schon fertige Postkarten-Rohlinge, die auf der Rückseite bereits vorgedruckte Linien für die Adresse haben. Das ist super praktisch!
  • Aquarell-Buntstifte
    Es gibt sie in allen Preisklassen. Für den Anfang reicht ein Set mit 12 oder 24 Farben völlig aus, da du die Farben auf dem Papier durch das Wasser auch wunderbar mischen kannst. Achte darauf, dass wirklich „Aquarell“ oder „Watercolour“ auf der Packung steht.
  • Pinsel
    Du brauchst keinen ganzen Satz. Ein oder zwei Rundpinsel in einer feinen bis mittleren Größe (zum Beispiel Stärke 2 und 6) sind perfekt für Details und kleine Flächen. Synthetikhaar-Pinsel sind heutzutage qualitativ so gut, dass man kein Echthaar benötigt.
  • Wasser und ein Tuch
    Ein kleines Glas mit sauberem Wasser und ein altes Küchentuch oder ein Stück Küchenrolle zum Abtupfen des Pinsels – mehr braucht es nicht.
  • Ein wasserfester Fineliner
    Wenn du den Spruch vorab schreibst und möchtest, dass die Schrift scharf bleibt, während du drumherum mit Wasser arbeitest, achte darauf, dass dein Fineliner wasserfest (pigmentiert) ist. Sonst verschmiert dir die ganze Schrift, was zwar auch künstlerisch aussehen kann, aber meistens nicht gewollt ist.

Kleine Übung für dich: Deine erste Affirmations-Karte

Möchtest du es direkt mal versuchen? Schnapp dir eine Karte und schreibe in die Mitte ganz groß: „Leuchte!“
Male nun mit einem gelben und einem orangenen Aquarellstift kleine Punkte oder Strahlen um das Wort. Nimm deinen nassen Pinsel und tupfe ganz vorsichtig auf die Farben. Beobachte, wie das Gelb in das Orange fließt und ein strahlender Kranz entsteht.

Es muss nicht perfekt sein. In der Aquarellmalerei sind „Fehler“ oft die schönsten Effekte. Wenn die Farbe mal verläuft, wo sie nicht hin soll: Lass es zu! Genau das macht den Charme von Handarbeit aus – genau wie bei unseren handgestrickten Socken, wo auch mal eine Masche ein bisschen lockerer sitzt.

Beim Aquarell zeichnen kennt Kreativität keine Grenzen

Ich merke immer wieder, wie sehr sich meine Hobbys gegenseitig befruchten. Die Farbkombinationen, die ich beim Malen entdecke, inspirieren mich oft für mein nächstes Strickprojekt. Und die Geduld, die ich beim Stricken eines komplizierten Musters gelernt habe, hilft mir, wenn ich bei einer Zeichnung mal eine ruhige Hand brauche.

Diese kleinen Postkarten sind für mich mehr als nur Papier und Farbe. Sie sind Botschafter der guten Laune. Ich verschicke sie an Freunde, lege sie einer Bestellung bei oder hänge sie mir selbst an den Kühlschrank, wenn ich mal einen kleinen Motivationsschub brauche.

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig anstecken mit meiner Begeisterung für die Welt der fließenden Farben. Vielleicht hast du ja Lust, neben den Stricknadeln auch mal die Stifte tanzen zu lassen?

Erzähl mir doch mal: Hast du neben der Wolle auch noch ein anderes kreatives Hobby, bei dem du so richtig abschalten kannst? Ich bin neugierig!

Bleib kreativ und lass dein Licht leuchten,
Deine Gabriele von Wolloholiker

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