Hast du auch manchmal Lust auf ein Projekt, das so richtig Charakter hat? Etwas, das dir beim Stricken ein Lächeln ins Gesicht zaubert und am Ende fast so aussieht, als würde es gleich vom Ostertisch hüpfen? Genau so erging es mir im Januar, als ich über die wunderbaren Anleitungen von Dot Pebbles Knits (verfügbar über www.eliserosecrochet.com – unbeauftragte Werbung, kein geldwerter Vorteil) gestolpert bin. Ich habe mich Hals über Kopf verliebt – und zwar in einen Frosch und eine Kröte!
Eine Anleitung mit Pfiff (und auf Englisch) – Frosch und Kröte
Zugegeben, wer mich kennt, weiß, dass ich Herausforderungen liebe. Die Anleitung für diese kleinen Kerle ist zwar auf Englisch verfasst, aber lass dich davon bitte nicht abschrecken! Für geübte Strickerinnen und Stricker ist sie dennoch wirklich gut zu verstehen. Die Begriffe sind logisch aufgebaut, und wenn man die gängigen englischen Abkürzungen wie k (knit), p (purl) oder k2tog (zusammenstricken) einmal verinnerlicht hat, fließen die Maschen fast von selbst.
Es ist eine dieser Anleitungen, bei denen man zwischendurch kurz innehalten muss, um zu bewundern, wie durch geschickte Zunahmen und Formgebungen plötzlich ein kleiner Schenkel oder ein dicker Krötenbauch entsteht.
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Das gewisse Extra: Meine handgefärbte Wolle
Was wäre ein Wolloholiker-Projekt ohne die passende Wolle? Für meinen Frosch und seine Freundin, die Kröte, kam natürlich nur etwas ganz Besonderes infrage. Ich habe tief in meinen eigenen Vorrat gegriffen und anschließend meine selbst handgefärbte Wolle hervorgeholt.
Gerade bei Amigurumi oder gestrickten Tieren finde ich handgefärbtes Garn zudem unschlagbar. Die subtilen Nuancen in den Grüntönen, die kleinen Sprenkel in Braun oder Ocker – das gibt der Haut der Tiere eine Tiefe, die ein industriell gefärbtes Garn kaum erreichen kann. Mein Frosch schimmert in einem lebendigen Moosgrün, während die Kröte durch die unregelmäßigen Farbverläufe meiner Färbung diese typische, leicht erdige Textur bekommen hat. Es ist jedes Mal ein kleines Wunder zu sehen, wie die Farbe, die ich selbst im Topf kreiert habe, anschließend im fertigen Strickstück zum Leben erwacht.
Stricken mit Anspruch – und ganz viel Spaß
Ich will ehrlich zu euch sein: Diese kleinen Gesellen zu stricken, ist durchaus eine Herausforderung. Es ist kein Projekt, das man mal eben so beim Fernsehen nebenher strickt, wenn es gerade spannend wird. Man arbeitet oft mit dünnen Nadeln und kleinen Maschenzahlen, damit das Gewebe fest genug ist und die Füllwatte später nicht herausblitzt.
Aber genau das macht den Reiz aus! Es ist ein haptisches Erlebnis. Man spürt förmlich, wie das Tier Gestalt annimmt. Das Formen der Augenhöhlen und das Ausarbeiten der kleinen Füßchen erfordert Geduld und ein bisschen Fingerspitzengefühl. Doch wenn man dann die Glasaugen einsetzt oder die Augen aufstickt und einen der kleine Kerl zum ersten Mal ansieht, ist jeder “Struggle” mit den kurzen Nadeln vergessen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß!
Fazit: Traut euch ruhig an den Frosch und die Kröte ran!
Wenn du also Lust hast, deine Strickkenntnisse ein bisschen herauszufordern und gleichzeitig etwas absolut Charmantes zu erschaffen, dann schau dir die Anleitung bei Elise Rose Crochet unbedingt an. Es ist ein wunderbares Training für die Konzentration und eine tolle Möglichkeit, deine liebsten Wollreste oder eben ganz besondere handgefärbte Schätze zu verwerten.
Ich bin gespannt: Wer von euch hat sich schon einmal an gestrickte Tiere gewagt? Sind sie bei euch auch eher “Charakterköpfe” geworden? Schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich auf eure Geschichten!
Alles Liebe und viel Spaß beim Nadelgeklapper,
Eure Gabriele von Wolloholiker
PS: Wenn die beiden Kleinen das Licht der Welt erblickt haben, zeige ich sie dir wieder.
