Hand aufs Herz: Wer von uns kennt es nicht? Man geht völlig ahnungslos in sein Handarbeitszimmer, schaltet das Licht ein, und plötzlich stellt man fest: Da steht ein neues Spinnrad. Wie das passieren konnte? Ganz einfache biologische Grundregel des kreativen Universums: Spinnräder sind absolute Herdentiere! Man kann sie einfach nicht alleine halten, sonst vereinsamen sie. Und da die legendäre **Tour de Fleece** vor der Tür steht – das Event, bei dem wir Spinnerinnen parallel zur Tour de France die Fasern glühen lassen –, brauchte meine Herde dringend dynamischen Zuwachs.
Aber wie kam es eigentlich dazu? Die Geschichte beginnt mit einem logistischen Luxusproblem und einer großen Portion Herzklopfen.
Das Heiligtum im Wohnzimmer: Mein Henkeys-Spinnrad
Vielleicht weißt du es schon: Ich bin stolze Besitzerin eines absoluten Traumrads. Mein **Henkeys-Spinnrad** ist nicht einfach nur ein Arbeitsgerät, es ist pure Liebe aus Holz. Mein Mann hat es mir zum 10. Hochzeitstag geschenkt – und als wäre das nicht schon romantisch genug, wurde es auch noch extra für mich angefertigt.
Die Räder aus der Edelschmiede Henkeys sind bekannt für ihre handwerkliche Perfektion und ihre unvergleichliche Laufruhe. Es spinnt sich fast wie von selbst, butterweich und präzise. Ein echtes Erbstück! Doch genau da liegt der Haken: In letzter Zeit war ich öfter mal beim Schauspinnen, um den Menschen dieses wunderbare alte Handwerk näherzubringen. Und jedes Mal, wenn ich mein heißgeliebtes Henkeys ins Auto gepackt habe, bin ich tausend Tode gestorben. Jedes Schlagloch fühlte sich an wie ein Anschlag auf mein Eheglück und mein Spinnerinnen-Herz. Das konnte so nicht weitergehen. Ein treuer Schutzengel auf Rädern musste her!
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Die wunderschöne Dornröschen-Prinzessin
Nun könntest du einwenden: „Gabriele, du hast doch noch ein Rad!“ Stimmt. In meiner Herde wohnt zudem auch noch ein wunderschönes “Symphony von Kromski”, das ich liebevoll mein Dornröschenrad nenne.
Die polnische Manufaktur Kromski baut Spinnräder, die aussehen, als wären sie direkt einem Märchen entsprungen. Sie sind berühmt für ihr traditionelles, verschnörkeltes Design mit wunderschönen gedrechselten Details. Technisch sind sie jedoch absolute Arbeitstiere: Sie haben ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, bieten durch die zweifädige Antriebsart (oft mit der Option auf einfädig) eine fantastische Kontrolle über den Faden und sind unglaublich robust. Mein Dornröschenrad spinnt traumhaft. Aber – und das ist ein großes Aber – es ist ein stolzes, großes Standrad. Es ist sperrig, schwer und daher absolut ungeeignet für den spontanen Transport. Es will wie eine wahre Prinzessin auf seinem royalen Platz im Zimmer bewundert werden.
Das Comeback des Jahres: Das Kromski Sonata Spinnrad zieht wieder ein
Was macht man also, wenn das eine Rad zu wertvoll für die Straße und das andere zu majestätisch für den Kofferraum ist? Man erinnert sich an alte Zeiten. Vor Jahren hatte ich schließlich schon einmal ein **Kromski Sonata** – das ultimative Reisespinnrad. Und wie das manchmal so ist im Leben: Man verkauft es, anschließend vermisst man es und bereut es.
Jetzt schließt sich der Kreis! Um meine Nerven beim Schauspinnen zu schonen und pünktlich zur Tour de Fleece bestens gerüstet zu sein, durfte deshalb wieder ein Sonata bei mir einziehen.
Das Sonata vereint das Beste aus zwei Welten. Es bringt die bewährte, solide Kromski-Qualität und die wunderschöne Holzoptik mit, ist aber als modernes, klappbares Reisespinnrad konzipiert. Man kann es mit wenigen Handgriffen zusammenfalten und in einer Tasche verstauen. Es hat einen integrierten Tragegriff, steht trotz seiner Kompaktheit bombenfest auf dem Boden und spinnt sich dank der großen Spulenkapazität einfach großartig.
Bereit für die Tour de Fleece!
Meine Herde ist nun also perfekt aufgestellt. Das Henkeys bleibt sicher und behütet zu Hause, das Dornröschenrad zaubert Märchenstimmung in meine Nähe, und das Sonata darf mit mir währenddessen die Welt erobern und beim Schauspinnen die Blicke auf sich ziehen.
Die Tour de Fleece kann also kommen – ich habe definitiv keine Ausreden mehr, warum die Spulen nicht voll werden sollten!
Wie sieht es bei dir aus? Kennst du das Phänomen der heimlichen Herdenvermehrung auch? Welches Rad ist dein treuer Begleiter? Schreib es mir unbedingt in die Kommentare!
Eure Gabriele von Wolloholiker
