RVO aus Baumwolle und Leinen: Dein perfekter Begleiter für heiße Tage

RVO - Raglan von oben

Na, wie läuft es auf deinen Nadeln? Wenn das Thermometer nach oben klettert und die Sonne alles gibt, wandern die dicken Flauschgarne aus Alpaka und Mohair meistens erst einmal tief in den Strickkorb. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass unsere Nadeln Sommerpause machen! Ganz im Gegenteil: Jetzt schlägt die Stunde der leichten, kühlenden Sommergarne. Ich habe mir für diese Saison ein ganz besonderes Projekt vorgenommen: einen ultragemütlichen Kurzarm-Sommer-RVO (Raglan von oben).

Das absolute Highlight dabei ist das Material, denn ich stricke dieses Mal mit einer fantastischen Mischung aus Baumwolle und Leinen. Warum diese Faserkombination ein absoluter Traum für den Sommer ist, worauf du beim Stricken und Waschen achten musst und wie mein aktuelles Projekt auf den Nadeln aussieht – das verrate ich dir in diesem Beitrag!

Mein Sommer-Projekt: Kurzarm-RVO in DK-Stärke

Du weißt ja, ich liebe die RVO-Konstruktion einfach über alles. Man strickt ganz entspannt von oben nach unten, braucht am Ende so gut wie keine Nähte zusammenzufügen und kann die Länge des Körpers und der Ärmel beim Stricken perfekt an den eigenen Körper anpassen.

Für meinen Sommer-RVO habe ich mich für ein Garn in DK-Stärke entschieden. Warum? Weil es einfach flott von der Nadel geht! Viele schrecken im Sommer vor DK-Garnen zurück, weil sie Angst haben, das Gestrick wird zu dick. Aber genau hier kommt das Geheimnis der richtigen Fasermischung ins Spiel. Durch die Leichtigkeit von Leinen und Baumwolle wird das Shirt trotz der Garnstärke herrlich luftig.

Für den Halsausschnitt habe ich genau 120 Maschen angeschlagen. Das ist für mich die perfekte Balance: Der Ausschnitt sitzt locker, schmiegt sich schön an, ohne einzuengen, und gibt dem Kurzarm-Pulli sofort diesen lässigen, sommerlichen Look.

Der Star im Scheinwerferlicht: Warum Leinen im Sommer unschlagbar ist

Lass uns mal ganz genau auf die Fasermischung schauen. Baumwolle kennen wir alle – sie ist weich, saugfähig und ein bewährter Klassiker. Doch der eigentliche Star und Geheimtipp in diesem Duo ist ganz klar der Leinenanteil.

Leinen wird aus der Flachspflanze gewonnen und ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Und diese Faser hat es absolut in sich! Hier sind die genialen Trageeigenschaften, die Leinen zum ultimativen Sommer-Material machen:

  • Der eingebaute Klimaanlagen-Effekt: Leinenfasern können bis zu 20 % ihres eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Sie leiten die Wärme superschnell vom Körper weg. Wenn dir also die Sonne auf den Pelz brennt, wirkt ein Shirt mit Leinenanteil auf der Haut angenehm kühl.
  • Atmungsaktiv und luftdurchlässig: Die Struktur der Faser sorgt dafür, dass die Luft perfekt zirkulieren kann. Kein Schwitzen, kein Kleben – einfach nur ein luftig-leichtes Tragegefühl.
  • Natürlicher Glanz und Textur: Leinen bringt diesen typischen, leicht unregelmäßigen Edelknitter-Look mit sich. Das gibt dem Gestrick eine wunderschöne, lebendige Struktur, die super edel und lässig zugleich aussieht.

Das Vorurteil: Ist Leinen nicht total kratzig und steif?

Vielleicht sitzt du jetzt vor dem Bildschirm, verziehst das Gesicht und denkst dir: „Mensch Gabriele, Leinen? Das kratzt doch beim Stricken wie verrückt und fühlt sich an wie ein Sacktuch!“

Da muss ich dir direkt den Wind aus den Segeln nehmen, denn das ist der große Vorteil der Mischung mit Baumwolle. Die Baumwolle bringt von der ersten Sekunde an die gewohnte Weichheit und Elastizität mit, die uns das Stricken leicht macht. Reines Leinen kann auf den Nadeln tatsächlich anfangs etwas störrisch sein und erinnert fast ein bisschen an Paketschnur. Aber in Kombination mit Baumwolle fließt das Garn in DK-Stärke wunderbar über die Nadeln. Es ist griffig, verzeiht auch mal ein unregelmäßiges Maschenbild und macht beim Stricken einfach nur gute Laune.

Werbung

Das Wasch-Wunder: Wie verhält sich das Garn nach häufigerem Tragen?

Jetzt kommen wir zum spannendsten Punkt, der mich bei diesem Material immer wieder fasziniert: dem Verhalten nach dem Waschen.

Leinen ist wie ein guter Wein – es wird mit dem Alter immer besser! Wenn du deinen RVO frisch von den Nadeln kettest, fühlt sich das Gestrick vielleicht noch ein kleines bisschen kompakt oder “fest” an. Aber warte ab, bis das Teil sein erstes Bad bekommen hat.

Es wird kuschelweich
Durch das Waschen und Tragen brechen die Steifen Anteile der Leinenfaser auf schonende Weise. Das Garn entspannt sich komplett. Je öfter du deinen Sommer-RVO wäschst, desto weicher, anschmiegsamer und fließender wird das Material. Es verliert dabei aber niemals seine Form!

Der “Edelknitter”-Effekt
Ja, Leinen knittert – das ist sein Naturgesetz. Aber im Mix mit Baumwolle knittert es nicht wie eine zerknautschte Papiertüte, sondern es bekommt diesen wunderschönen, lässigen “Wohnzimmer-Look”. Man muss es nach dem Waschen nicht mühsam bügeln (wer bügelt im Sommer schon gerne?). Einfach feucht in Form ziehen, liegend trocknen lassen, anziehen und gut aussehen!

Absolute Langlebigkeit
Wir Wolloholiker stricken ja keine Fast-Fashion, die nach dreimal Tragen reif für die Tonne ist. Wir fertigen langlebige und individuelle Kleidungsstücke. Leinen ist extrem reißfest und robust. Es pillt (fusselt) so gut wie gar nicht. Dein RVO wird also auch nach dem zehnten Sommer und unzähligen Waschgängen in der Maschine noch genauso schön aussehen wie am ersten Tag.

Zum Schmunzeln: Die Tücken des Sommer-Strickens

Auch wenn ich das Garn absolut liebe, bringt das Stricken bei 30 Grad im Schatten natürlich ein paar ganz eigene, amüsante Herausforderungen mit sich. Hast du das auch schon erlebt?

  •  Das “Festkleb”-Phänomen: Wenn die Hände im Sommer etwas wärmer werden, rutscht das Garn nicht mehr ganz so fluffig über den Finger. Da hilft nur: Strickpause einlegen, Hände unter kaltes Wasser halten und ein Eis essen!
  • Die Neugier der Mücken: Warum fliegen eigentlich immer genau dann Mücken an mein Strickzeug, wenn ich gerade die Raglan-Zunahmen zähle? Das bleibt wohl eines der ungelösten Rätsel der Menschheit.

Mein RVO wächst auf jeden Fall Reihe für Reihe, und ich kann es kaum erwarten, ihn endlich auszuführen. Die 120 Anschlagsmaschen waren genau der richtige Startschuss für mein neues Lieblingsshirt.

Jetzt bin ich aber neugierig auf dich: Hast du schon mal mit einer Baumwoll-Leinen-Mischung gestrickt? Oder bist du bisher um das Thema Leinen eher herumgeschlichen, weil du Angst vor der Festigkeit hattest? Welches Projekt hast du diesen Sommer auf den Nadeln, um der Hitze zu trotzen?

Schreib es mir unbedingt unten in die Kommentare – ich freue mich wie immer riesig darauf, von dir zu lesen!

Hab einen wunderbaren, kreativen Sommer und mach dir ein paar gemütliche Strickstunden,

Deine Gabriele von Wolloholiker

*Mit dem Klick auf ein Video-Vorschaubild wirst du anschließend zu dem entsprechendem Video weitergeleitet. Dabei werden keinerlei Daten an YouTube weitergegeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert