Stricknadeln – mit Holz- oder Metallnadeln stricken?

Holznadel oder Metallnadel

Schön, dass du wieder bei mir auf dem Blog vorbeischaust. Heute habe ich ein Thema für dich auf dem Herzen, das uns alle irgendwann einmal beschäftigt – egal, ob wir gerade erst die ersten Maschen lernen oder schon seit Jahren ganze Pullover-Armeen produzieren. Es geht um das Herzstück unseres Hobbys: Die Stricknadeln.

Der große Glaubenskrieg in unserer Community – Holz gegen Metall Stricknadeln

Vielleicht stehst du gerade in deinem Strickzimmer, schaust zudem auf deine Nadelvorräte und fragst dich: „Warum stricke ich eigentlich damit, und wäre das andere Material vielleicht besser für mich?“ Ich kann dir sagen: Diese Frage habe ich mir früher auch ständig gestellt. Es ist ein bisschen wie bei der Wahl der richtigen Socke oder der passenden Garnsorte – es ist eine sehr persönliche Entscheidung, bei der es ferner kein absolutes Richtig oder Falsch gibt.
Lass uns heute gemeinsam einen Blick auf die beiden Kontrahenten werfen, ihre Vor- und Nachteile abwägen und vielleicht findest du ja anschließend heraus, welches Material dein treuester Begleiter für deine nächsten Projekte wird.

Die hölzernen Helden: Wärme und Halt

Fangen wir mit den Nadeln an, die mein „Wolloholiker“-Herz oft höherschlagen lassen: Holznadeln (und ihre Verwandten aus Bambus).

Das Gefühl beim Stricken

Holznadeln haben bei den Stricknadeln eine ganz eigene Seele. Sie fühlen sich in den Händen einfach „natürlicher“ an. Holz ist ein organisches Material, das zudem die Körpertemperatur aufnimmt. Wenn du also an einem kalten Abend auf dem Sofa sitzt und strickst, fühlen sich die Nadeln nach wenigen Minuten warm und anschmiegsam an. Das ist für mich beispielsweise der größte Pluspunkt – es ist pure Entspannung.

Der „Grip“-Faktor

Ein entscheidender Vorteil von Holz ist der Widerstand. Die Oberfläche ist nicht glatt wie ein Spiegel, sondern hat eine minimale Struktur. Das ist ein Segen, wenn du mit sehr rutschigen Garnen arbeitest, wie zum Beispiel Seide, Viskose oder sehr glattem Baumwollgarn. Die Maschen flutschen allerdings nicht so leicht von der Nadel, was bedeutet: Weniger Stress beim Stricken und weniger „Oh nein, eine Masche ist runtergefallen!“-Momente.

Die Nachteile

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite. Holznadeln können bei sehr feinen Stärken (unter 2,5 mm) dazu neigen, leicht zu verbiegen oder – im schlimmsten Fall – sogar zu brechen, wenn man sehr fest strickt. Außerdem nutzen sie sich mit der Zeit ab. Die Oberfläche kann rau werden, was dann dazu führt, dass die Maschen hängen bleiben. Und seien wir ehrlich: Wer kennt nicht das leise Knacken einer Nadel, die im Sofaritze ihren Geist aufgegeben hat?

Die flinken Flitzer: Metallnadeln für Tempo-Fans

Jetzt zu den Metallnadeln (oft aus Aluminium, Messing oder vernickeltem Stahl). Sie sind die Sportwagen in deinem Nadeltäschchen.

Das Gefühl beim Stricken

Metallnadeln sind kühl, glatt und hart. Das gibt dir ein Gefühl von Präzision. Da die Oberfläche extrem glatt ist, gleiten die Maschen nur so über die Nadeln. Wenn du ein Fan von schnellem Stricken bist, wirst du Metall lieben. Hier gibt es keinen Widerstand, die Maschen tanzen dagegen förmlich über die Nadelspitzen.

Die Langlebigkeit

Metall ist unkaputtbar. Eine Metallnadel kannst du quasi vererben. Sie verbiegt sich nicht, sie bricht nicht, und sie nutzt sich auch bei jahrelangem Gebrauch außerdem kaum ab. Sie ist folglich ein Werkzeug für die Ewigkeit. Zudem sind sie meist schärfer als ihre hölzernen Kollegen, was besonders bei komplizierten Lochmustern oder Zopfmustern ein echter Vorteil ist, da man präziser in die Maschen einstechen kann.

Die Nachteile

Genau das, was die Stärke ist, kann auch zum Problem werden. Wenn du mit einem ohnehin schon flutschigen Garn arbeitest, wird das Stricken mit Metallnadeln schnell zum Balanceakt. Die Maschen können sich selbstständig machen, wenn man kurz nicht aufpasst. Und für manche Strickerinnen ist das Gefühl von Metall in den Fingern auf Dauer zu hart oder zu kühl.

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Der Vergleich: Welcher Typ bist du?

Um dir bei deiner Entscheidung zu helfen, habe ich hier eine kleine Orientierungshilfe für dich zusammengestellt:

MerkmalHolznadelnMetallnadeln
GripHoch (Maschen rutschen weniger)Niedrig (sehr flutschig)
GeschwindigkeitModeratSehr hoch
HaptikWarm, weich, organischKühl, präzise, hart
Geeignet fürAnfänger, Seide, flutschige Garne Fortgeschrittene, Wolle, Zopfmuster
HaltbarkeitKann brechenQuasi unzerstörbar

Mein persönliches Fazit

Ich erwische mich selbst dabei, wie ich meine Stricknadeln je nach Projekt auswähle. Wenn ich im Winter einen großen, kuscheligen Pullover aus grober Schafwolle stricke, greife ich fast immer zu meinen Holznadeln. Es passt einfach zur Haptik der Wolle. Das Stricken fühlt sich dann an wie ein Spaziergang im Wald.

Wenn ich aber Socken mit einem feinen, glatten Sockengarnnadel – besonders bei komplizierten Mustern, bei denen ich jede Masche präzise kontrollieren muss –, dann landen meine Metallnadeln auf dem Tisch. Das Gefühl der glatten Nadelspitzen, die mühelos durch das feine Gestrick gleiten, ist einfach unschlagbar.

Mein Rat an dich: Probiere die Stricknadeln aus!

Wir „Wolloholiker“ neigen manchmal dazu, uns auf eine Marke oder ein Material festzulegen. Aber mein Tipp ist: Hab von beidem etwas da. Kauf dir von einer Stärke, die du oft nutzt (zum Beispiel 3,5 mm oder 4,0 mm), jeweils eine Nadel aus Holz und eine aus Metall. Stricke damit ein kleines Teststück mit deinem Lieblingsgarn. Du wirst sofort merken, was dir besser liegt. Vielleicht stellst du fest, dass deine Hände Holz lieben, aber dein Kopf Metall braucht!

Letztendlich ist das Stricken eine Reise, kein Ziel. Und auf dieser Reise darfst du dir den Weg so angenehm wie möglich gestalten. Es gibt kein Gesetz, das besagt, dass du nur mit einer Sorte Nadeln arbeiten darfst. Erlaube dir den Luxus, dein Werkzeug an dein Projekt anzupassen.

Hast du schon einen absoluten Liebling unter den Stricknadeln? Bist du treu bei einem Material geblieben oder wechselst du munter hin und her? Schreib es mir in die Kommentare, ich bin unglaublich neugierig, wie ihr das in eurer Strickstube handhabt!
Genieße deine nächste Maschenrunde, egal mit welchem Material in den Händen.

Alles Liebe,
Deine Gabriele von Wolloholiker

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