Hast du dir heute schon überlegt, was dein absolut treuester Begleiter beim Handarbeiten ist? Nein, ich meine ausnahmsweise nicht die treue Kaffeetasse, die neben deinem Strickzeug steht, und auch nicht die Lieblingsstricknadeln, die schon fast wie von selbst durch die Maschen gleiten. Ich spreche von dem kleinen, oft unterschätzten Helden, der zusammengerollt in unserem Projektbeutel schlummert, geduldig darauf wartet, ausgemessen zu werden, und uns vor so manchem kreativen Weltuntergang bewahrt: dem Maßband. Heute ist nämlich ein ganz besonderer Feiertag in der Kreativwelt: Es ist der “Tag des Maßbands”!
Und weil wir Handarbeitsverrückten – oder sagen wir ruhig, wie es ist: wir Wolloholiker – ohne dieses flexible Stück Stoff oder Kunststoff ziemlich aufgeschmissen wären, widmen wir ihm heute einen eigenen, gemütlichen Blogbeitrag. Schnapp dir einen Tee (oder Kaffee), lehn dich zurück und lass uns anschließend gemeinsam die Zentimeter des Lebens feiern.
Woher kommt eigentlich der Tag des Maßbands?
Du fragst dich jetzt vielleicht: „Gabriele, wer kommt denn bitteschön auf die Idee, ein Maßband, mit dem Tag des Maßbands zu feiern?“ Die Antwort ist – wie so oft bei solchen kuriosen Feiertagen – ein Blick in die Geschichte und ein bisschen Erfindergeist.
Der Tag des Maßbands (im Original „Tape Measure Day“) wird traditionell am 14. Juli gefeiert. Und das Datum ist keineswegs zufällig gewählt! Wir reisen gedanklich zurück ins Jahr 1868. Damals, im heißen Sommer in Sheffield, England, hatte ein Herr namens Alvin J. Fellows eine grandiose Idee. Er reichte an diesem Tag das Patent für ein federgeladenes Taschenmaßband in einem Gehäuse ein.
Zugegeben, die Idee, ein langes Band zum Messen zu benutzen, ist noch viel älter. Schon die alten Schneider und Zimmerleute nutzten Schnüre mit Knoten oder Lederstreifen. Aber Fellows machte das Ganze handlich, tragbar und verpasste ihm den berühmten „Klick-und-Weg“-Mechanismus, den wir heute noch so lieben, wenn das Band mit einem lauten “Zisch” im Gehäuse verschwindet. Ein historischer Moment für alle, die jemals versucht haben, ein drei Meter langes Stoffband ordentlich aufzuwickeln, ohne dabei die Krise zu bekommen!
Wofür brauchen wir das Maßband überhaupt? (Und warum Schätzen eine schlechte Idee ist)
Seien wir mal ehrlich unter uns Strickbegeisterten: Wie oft sitzt du auf dem Sofa, betrachtest deinen frisch gestrickten Pulloverärmel und denkst dir: „Och, das sieht nach perfekten 40 Zentimetern aus. Passt schon!“?
Ich kenne das. Das visuelle Schätzen ist eine Kunstform, die wir alle meisterhaft beherrschen wollen. Aber das Maßband ist der unbestechliche Richter der Wahrheit. Es ist das Tool, das uns sanft, aber bestimmt sagt: „Nein, meine Liebe, das sind erst 34 Zentimeter. Stricke gefälligst weiter.“
Das Maßband ist in unserer Strickecke unverzichtbar, und das aus so vielen Gründen:
- Die Maschenprobe (Das geliebte… oder gehasste Thema): Wir alle wollen am liebsten sofort mit dem Projekt starten. Aber das Maßband holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Stimmen die Zentimeter auf 10×10 Maschen? Wenn nicht, rettet uns das Maßband vor dem tragischen Moment, wenn der Pullover am Ende der besten Freundin passt – oder dem Haustier.
- Die perfekte Passform: Jeder Körper ist individuell, und genau deshalb lieben wir das Selbermachen doch so! Wir stricken keine Massenware von der Stange, sondern maßgeschneiderte Lieblingsstücke, die lange halten. Ob Armlänge, Gesamtlänge oder der Umfang – das Maßband sorgt dafür, dass alles genau da sitzt, wo es soll.
- Wollknäuel-Raten: Wer kennt es nicht? Man hat noch einen Rest Wolle und fragt sich, ob das noch für die Sockenbündchen reicht. Einmal kurz den Umfang messen, die Lauflänge überschlagen und schon hat man Gewissheit.
Kurz gesagt: Das Maßband schützt uns vor dem gefürchteten „Ribbel-Monster“ (dem Auftrennen von stundenlanger Arbeit). Es ist der Fels in der Brandung des kreativen Chaos.
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Ein ganz besonderer Schatz: Mein „Gabi“-Maßband aus den 80ern
Wenn du oben auf das Foto zum heutigen Beitrag schaust, siehst du ein ganz besonderes Prachtstück aus meiner persönlichen Sammlung. Dieses Maßband trägt stolz meinen Namen: “Gabi”.
Dieses gute Stück ist nicht einfach nur ein Werkzeug, es ist eine echte Zeitmaschine! Die älteren Kreativen unter uns werden sich vielleicht noch erinnern: In den 1980er Jahren gab es eine wunderbare Strick- und Kreativzeitschrift namens “Gabi”. Das war die Zeit der legendären Oversize-Pullover, der Fledermausärmel, der knalligen Neonfarben und der dicken Schulterpolster.
Als ich dieses Maßband neulich wieder in den Händen hielt, musste ich unwillkürlich schmunzeln. Es hat so viel Charme und erzählt eine ganz eigene Geschichte aus einer Ära, in der Stricken richtig laut, bunt und experimentell war. Es erinnert mich daran, dass Handarbeit schon immer ein Teil meines Lebens war – und wie schön es ist, solche kleinen Erinnerungsstücke aufzubewahren. Damals wie heute gilt: Ein gutes Maßband wird nicht alt, es wird retro und kultig!
Hast du vielleicht auch noch so ein altes Schätzchen in deiner Handarbeitskiste liegen, das dich an deine Anfänge oder an eine bestimmte Zeit erinnert? Manchmal hängen an diesen einfachen Dingen die schönsten Geschichten.
Zum Schmunzeln: Die universellen Gesetze zum Tag des Maßbands
Zum Abschluss dieses Feiertags müssen wir noch über die geheimen, physikalischen Gesetze sprechen, die scheinbar nur für Maßbänder gelten. Ich bin mir sicher, du hast mindestens eines davon schon selbst erlebt:
- Das Gesetz des Verschwindens: Ein Maßband besitzt die magische Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, sobald es flach auf dem Sofa liegt. Du kannst darauf sitzen, es kann direkt neben deiner Hand liegen – du wirst es erst finden, wenn du aufstehst und es zu Boden fällt.
- Die Anziehungskraft für Katzen: Solltest du eine Katze haben, ist das Maßband kein Messwerkzeug, sondern eine Schlange, die mit dem Leben bedroht und sofort attackiert werden muss.
- Das Zentimeter-Wunder: Wenn man dreimal misst, misst man dreimal etwas anderes. Das liegt natürlich niemals an uns, sondern ausschließlich an den Geistern in der Strickstube!
In diesem Sinne: Lass uns heute das Maßband hochleben lassen! Nimm dein treues Werkzeug mal ganz bewusst in die Hand, miss ein paar Zentimeter pures Strickglück aus und erfreue dich an deinen Fortschritten.
Schreib mir super gerne in die Kommentare: Wie sieht dein Lieblingsmaßband aus? Ist es ein klassisches, buntes Band oder hast du vielleicht auch ein cooles Retrostück wie mein „Gabi“-Maßband? Und vor allem: Bist du Team „Ich messe alles dreimal nach“ oder Team „Das passt schon nach Gefühl“?
Ich bin gespannt auf deine Geschichten zum Tag des Maßbands!
Alles Liebe und allzeit die richtige Zentimeteranzahl auf den Nadeln,
Deine Gabriele von Wolloholiker
