Heute widmen wir uns einem echten Klassiker in unserem Wollkorb. Wir sprechen oft über ihn, aber wissen vielleicht gar nicht so genau, was alles in ihm steckt: die Schurwolle. Wenn wir im Laden vor den Regalen stehen, lesen wir diesen Begriff ständig. Aber was ist das eigentlich genau, und warum schlägt mein Herz so sehr für diese Naturfaser?
Was ist eigentlich Schurwolle?
Ganz einfach erklärt: Schurwolle ist die Wolle, die direkt vom lebenden Tier gewonnen wird. Das Wort „Schur“ verrät es uns schon – die Tiere werden geschoren. Im Gegensatz dazu gibt es auch Begriffe wie „Wolle“ oder „Reißwolle“, die theoretisch aus recycelten Textilien oder Altstoffen bestehen können. Wenn aber „Reine Schurwolle“ auf der Banderole steht, könnt ihr sicher sein, dass ihr ein frisches Naturprodukt in den Händen haltet, das zum ersten Mal verarbeitet wurde.
Ein kleines Wunder der Natur
Schurwolle ist ein echtes High-Tech-Material, ganz ohne Plastik! Sie hat Eigenschaften, von denen synthetische Fasern oft nur träumen können:
- Temperaturregler: Sie hält im Winter wunderbar warm, kann aber auch im Sommer kühlen, da sie Feuchtigkeit (wie Schweiß) aufnimmt, ohne sich nass anzufühlen.
- Selbstreinigungskraft: Schurwolle besitzt einen natürlichen Gehalt an Wollfett (Lanolin). Das sorgt dafür, dass Schmutz und Gerüche kaum in die Faser eindringen. Oft reicht es, das Strickstück einfach über Nacht an die frische Luft zu hängen – danach riecht es schon wieder wie neu!
- Elastizität: Die Fasern sind von Natur aus gekräuselt. Das macht eure Strickstücke daher formstabil und gleichzeitig herrlich dehnbar.
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Warum sie für uns Stricker perfekt ist
Besonders für Anfänger ist Schurwolle ein Traum. Sie verzeiht kleine Fehler beim Maschenbild viel eher als rutschiges Acryl oder unnachgiebiges Leinengarn. Die Maschen „greifen“ ineinander, was das Stricken sehr entspannt macht.
Ob du nun eine kuschelige Jacke für den nächsten Herbst planst oder eine meiner beliebten Patchworkdecken strickst bzw. häkelst: Schurwolle ist ein treuer Begleiter, der viele Jahre hält.
Achte beim Kauf immer auf eine gute Tierhaltung (Stichwort: mulesing-frei), damit das Stricken nicht nur uns, sondern auch den Schafen Freude bereitet!
Eure Gabriele von Wolloholiker
PS: Ich musste ein wenig in Erinnerung schwelgen und habe im Bild zum Blogpost ein Foto meiner selbstgefärbten Wollstränge integriert. Und auf dem Foto siehst du Schurwolle, mulesingfrei mit einem kleinen Anteil von Polyamid.
