Neu auf den Nadeln

Mein neuer Raglan von oben

Hallo du liebe Strickseele! Schön, dass du wieder auf meinem Blog vorbeischaust. Nimm dir gerne ein schönes Getränk, mach es dir gemütlich und lass uns ein bisschen über unser liebstes Hobby quatschen. Heute muss ich dir nämlich ein kleines Geständnis machen. Ein Geständnis, das du als Strickbegeisterte aber bestimmt nur zu gut verstehen kannst. Es geht um ein Phänomen, das uns alle von Zeit zu Zeit erwischt. Ein Phänomen, das alle guten Vorsätze mit einem einzigen Blick auf die Wolle und Strickprojekte wie ein Kartenhaus zusammenfallen lässt.

Eigentlich hatte ich mir ganz fest vorgenommen, erst einmal Ordnung auf meinen Nadeln zu schaffen. Ich hatte mir geschworen, verflogene Strickprojekte endlich zu beenden, Fäden zu vernähen und meine aktuellen WIPs – also meine „Works in Progress“ – brav Stück für Stück abzustricken. Meine Strickkörbe waren gut gefüllt, die Motivation war da und die Pläne standen fest. Aber wie das im Leben einer Wolloholikerin nun einmal so ist: Der Strickgott hatte ganz andere Pläne mit mir.

Es hat mich erwischt. Und zwar eiskalt, ohne jede Vorwarnung und mit voller Wucht! Ein reines Störprojekt hat sich heimlich, still und leise von hinten angeschlichen und mein gesamtes Strickleben spontan auf den Kopf gestellt.

Die WIPs müssen jetzt strammstehen

Was bedeutet das genau? Ganz einfach: Für meine bisherigen Strickprojekte gilt ab sofort eine strikte Zwangspause! Die halbfertigen Ärmel, der angefangene Schal und das Tuch, dem eigentlich nur noch die Kante fehlt, müssen jetzt ganz stark sein. Sie wurden ohne lange Verhandlungen direkt in die zweite Reihe verbannt. Sie schmollen jetzt ein bisschen in ihren Projektbeuteln im Regal, aber da müssen sie nun durch. Schließlich kennen wir doch alle dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn ein neues Projekt so laut nach uns ruft, dass man das Rufen einfach nicht mehr ignorieren kann.

Gegen dieses Bauchkribbeln und diese plötzliche Inspiration hilft kein Bitten und kein Flehen. Da hilft nur eines: Maschen Anschlagen! Wenn ein Projekt erst einmal im Kopf herangereift ist, dann verlangt es nach deinen Händen und deinen Nadeln. Sofort.

Aber welches Strickstück hat es geschafft, mein Herz im Sturm zu erobern und alle anderen Projekte eiskalt auf Eis zu legen? Lass mich dir mein neues Herzensprojekt genauer vorstellen.

Wolle wie eine Wolke: Drops Sky eine tolle Wolle für deine Strickprojekte

Alles begann mit dem Garn. Ich habe das Knäuel in die Hand genommen und sofort war es um mich geschehen. Für dieses Projekt verstricke ich das wundervolle Garn Drops Sky. Falls du dieses Garn noch nicht kennst, musst du es unbedingt einmal ausprobieren. Es ist eine traumhafte Mischung aus Baby-Alpaka, Merino und Polyamid. Das Besondere daran ist die Herstellung: Es ist kein klassisch gesponnenes Garn, sondern ein sogenanntes Ketten-Garn (Chainette-Garn). Das macht die Wolle extrem leicht, unglaublich weich und trotzdem erstaunlich strapazierfähig.

Wenn man mit Drops Sky strickt, fühlt es sich wirklich so an, als würde man eine kleine, flauschige Wolke verarbeiten. Es gleitet sanft über die Finger, kratzt nicht im Geringsten und hat einen ganz zarten, flauschigen Flaum, der dem Strickbild einen sehr edlen Look verleiht. Gleichzeitig hat das Garn einen wunderschönen Fall. Ich wusste sofort: Daraus muss ein Pullover werden, den man am liebsten gar nicht mehr ausziehen möchte. Ein richtiges Wohlfühlteil für kühle Tage, in das man sich einfach nur hineinkuscheln kann.

Werkzeugliebe: Die perfekten Nadeln für deine Strickprojekte

Wer schönes Garn verstrickt, braucht natürlich auch das richtige Werkzeug. Ich bin bei meinen Stricknadeln extrem krümelig und überlasse nichts dem Zufall. Deshalb kommen für dieses Störprojekt nur meine absoluten Lieblingsnadeln zum Einsatz: meine ChiaoGoo Stricknadeln*Werbung.

Ich liebe diese Nadeln einfach! Das rote Edelstahlseil ist ein absoluter Traum, weil es sich niemals verdreht oder lästig aufringelt. Kennst du das, wenn man sich ständig mit einem störrischen Plastikseil herumärgern muss? Bei ChiaoGoo passiert genau das nicht. Die Übergänge vom Seil zur Nadelspitze sind so perfekt verarbeitet, dass die Maschen sprichwörtlich wie von selbst darüber gleiten. Die feinen Spitzen ermöglichen zudem ein präzises Einstechen, was das Stricken noch flüssiger und entspannter macht. Gute Nadeln machen beim Stricken einfach die halbe Miete aus und steigern die Vorfreude auf jede einzelne Reihe ungemein.

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Das Modell: Schlichte Eleganz im RVO-Stil

Aber was wird es denn nun genau? Ich habe mich für einen absoluten Klassiker entschieden: Einen Raglan von oben (RVO). Ich liebe diese Konstruktionsweise einfach abgöttisch und er ist der Favorit meiner Strickprojekte! Das Geniale am RVO ist, dass man direkt am Kragen anfängt und sich nach unten vorarbeitet. Man muss später absolut gar nichts zusammennähen! Für alle, die das Vernähen und Zusammenfügen von Einzelteilen genauso wenig mögen wie ich, ist das die reinste Offenbarung. Außerdem kann man den Pullover zwischendurch immer wieder anprobieren und die Längen für Rumpf und Ärmel perfekt an die eigene Figur anpassen.

Das Design halte ich ganz bewusst schlicht und puristisch. Das Muster ist durchgehend glatt rechts. Bei einem Garn wie Drops Sky braucht es meiner Meinung nach überhaupt keine komplizierten Zopfmuster oder aufwendigen Lochmuster. Das Garn wirkt durch seine Textur ganz für sich alleine. Glatt rechts zu stricken hat zudem etwas wunderbar Meditatives. Man kann einfach die Seele baumeln lassen, Hörbücher hören oder beim Stricken die Lieblingsserie schauen, ohne ständig auf die Strickschrift linsen zu müssen.

Ein kleines, feines Detail gibt es aber dennoch: Als Raglannaht habe ich mich für exakt eine Masche entschieden. Diese einzelne Masche trennt die verschiedenen Segmente (Vorderteil, Rücken und Ärmel) ganz sauber voneinander ab. Es entsteht eine sehr elegante, klare Linie, die dem schlichten Pullover eine wunderschöne Struktur verleiht.

Voll im Strickrausch

Derzeit drehen sich meine Runden wie von Zauberhand. Die Nadeln klappern leise vor sich hin und die RVO-Zunahmen machen einfach süchtig. Wer schon einmal einen Raglan von oben gestrickt hat, kennt diesen typischen „Nur noch eine Runde“-Effekt. Man möchte einfach immer noch sehen, wie das Teil weiter wächst.

Ich bin schon wahnsinnig gespannt, wie das fertige Werk aussehen wird und wie es sich nach dem ersten Waschen und Spannen anfühlt. Aber bis dahin genieße ich erst einmal jeden einzelnen Zentimeter auf meinen Nadeln.

Jetzt interessiert mich natürlich brennend: Kennst du solche ungeplanten Störprojekte auch? Welches Projekt musste bei dir als Letztes eine Zwangspause einlegen, weil dich ein neues Knäuel Wolle völlig verzaubert hat? Schreib es mir unbedingt unten in die Kommentare! Ich freue mich riesig auf den Austausch mit dir.

Bis zum nächsten Mal und happy Knitting,

Deine Gabriele von Wolloholiker

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